Foto-AusstellungForschungsministerin Dorothee Bär eröffnet „Breaking the Surface" in Berlin
28. April 2026, von ESRAH

Foto: Julia Otto / UHH / DAM
Am Girls' and Boys‘ Day eröffnete Bundesforschungsministerin Dorothee Bär die Ausstellung „Breaking the Surface. Frauen in der Meeresforschung" im Berliner Wissenschaftsforum. Elf überlebensgroße Forscherinnen-Porträts, ein Gespräch über Gleichstellung – und das Signal: Wir sind noch nicht fertig
Es war kein Zufall, dass die Einladung auf den 23. April fiel – den bundesweiten Girls' and Boys‘ Day. Als Bundesforschungsministerin Dorothee Bär am vergangenen Donnerstagabend ans Mikrofon im Wissenschaftsforum am Gendarmenmarkt trat, griff sie das Thema gleich auf: „Die Ausstellung ‚Breaking the Surface. Frauen in der Meeresforschung' zeigt elf inspirierende Wissenschaftlerinnen mit beeindruckenden Erfahrungen, die junge Frauen und Mädchen für eine Karriere im MINT-Bereich begeistern können. Das ist wichtig, weil Frauen in Deutschland dort nach wie vor unterrepräsentiert sind. Das wollen wir ändern. Wir brauchen alle Talente." Bär, Schirmherrin der Ausstellung, kündigte zugleich an, die Porträts ab Juli auch im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt zu zeigen.
Zur Vernissage im Berliner Wissenschaftsforum kamen zahlreiche geladene Gäste aus Politik, Wissenschaft und Medien | Foto: Julia Otto / UHH / DAM
Zuvor hatte Prof. Katja Matthes, Direktorin des Geomar, Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, und Vorständin der Deutschen Allianz Meeresforschung, die zahlreichen Gäste aus Wissenschaft, Politik und Medien begrüßt. Die Ministerin sprach dann über den Mut, ins kalte Wasser zu springen, über Frauen, die auf hoher See oder in der Arktis als Einzige unter Dutzenden Männern bestehen, und die wohl wichtigste Erkenntnis: Dass es nicht entscheidend ist, die Erste zu sein – sondern, nicht die Letzte zu bleiben.
„Nichts von dem, was wir erreicht haben, ist von selbst passiert."
„Breaking the Surface" war im vergangenen Jahr erstmals im Internationalen Maritimen Museum Hamburg zu sehen, wo über 130 Gäste die Eröffnung feierten. Nun ist die Wanderausstellung in die Hauptstadt weitergezogen. Die Porträts stammen von der Fotografin Marzena Skubatz: Beeindruckende Nahaufnahmen, ohne Labor, ohne Schiff, ohne Ausrüstung. Ergänzt werden die Bilder durch persönliche Geschichten, handschriftliche Notizen und Einblicke in den Arbeitsalltag der elf Forscherinnen. Sie arbeiten an Instituten in ganz Deutschland, ihre reicht Arbeit von der Atmosphäre über die Tiefsee bis zur Rolle des Ozeans als CO₂-Speicher.
Die Idee zur Ausstellung stammt von Prof. Johanna Baehr, Ozeanografin an der Universität Hamburg und stellvertretende Direktorin am dort angesiedelten Earth and Society Research Hub (ESRAH). Sie erzählte, dass sie in ihren Kursen in ihrem Studium mit keiner einzigen Professorin zu tun hatte – und dass sich das erst änderte, als sie in die USA ans MIT ging. Heute gäbe es in Deutschland zwar Meeresforscherinnen auf professoraler Ebene. „Aber wir sind noch lange nicht fertig", sagte Baehr. „Nichts von dem, was wir erreicht haben, ist von selbst passiert."
Offene Worte über Gegenwind und Gleichstellung
In der anschließenden Gesprächsrunde, moderiert von dem Journalisten und Bildungsexperten Jan-Martin Wiarda, diskutierten die Forscherinnen und die Ministerin über Fortschritte und Rückschläge. Der Tenor: Es bewegt sich etwas – der Frauenanteil in der Professorenschaft wächst, das Klima in Gremien verändert sich, die jungen Nachrückenden bringen einen neuen Führungsstil mit. Doch von einem Selbstläufer könne keine Rede sein. Angesprochen auf den wieder abnehmenden Frauenanteil im Bundestag, warnte Ministerin Bär vor einem Backlash und nannte Gleichstellung eine Daueraufgabe.
Johanna Baehr, Dorothee Bär und Katja Matthes (v. l.) diskutierten über Gleichstellung in der Wissenschaft. | Foto: Julia Otto / UHH / DAM
Was würden die Forscherinnen einer Abiturientin raten, um sie für die Meeresforschung zu begeistern? Baehr und Matthes waren sich einig: Finde heraus, was dir gefällt. Bleib dran. Und: Lass dir nie einreden, dass das nichts für dich ist.
„Breaking the Surface. Frauen in der Meeresforschung" ist bis zum 7. Juli 2026 im Wissenschaftsforum Berlin (Markgrafenstraße 37, 10117 Berlin) zu sehen, Montag bis Freitag, 9 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Ab Juli 2026 wandert die Ausstellung weiter ins Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.
Mehr zur Ausstellung und zu den porträtierten Wissenschaftlerinnen: www.breaking-the-surface.com

